Die Nicht-Nachhaltigkeit von Blockchain & Web3
02.10, 17:00–17:40 (Europe/Berlin), BASH
Sprache: Deutsch

Blockchain und Web3 werden gefeiert als revolutionäre neue Techniken, die die Wirtschaft und Gesellschaft dezentralisieren und demokratisieren werden – so wie seinerzeit das Aufkommen des Internets. Eine Welt der individuellen Kontrolle ohne Machtzentren soll möglich sein, egal es ums digitale Geldsystem oder um Lieferkettennachverfolgung geht. Aber stimmt das? Dieser Talk erklärt die Grundlagen für eine kritische Analyse.


Sie wird gefeiert als revolutionäre neue Technik, die die Wirtschaft und Gesellschaft umkrempeln wird so wie seinerzeit das Aufkommen des Internets. Ein Leben fast ohne Machtzentren und Hierarchien soll möglich sein, egal es ums digitale Geldsystem oder um globale Lieferkettennachverfolgung geht. Endlich muss dann mächtigen Institutionen wie Banken nicht mehr vertraut werden, denn Interaktionen laufen direkt zwischen den Beteiligten ab und die Nachhaltigkeit wird auch sichergestellt. Emanzipation des Individuums und Selbstbestimmung von Organisationen in der analogen und digitalen Welt sollen damit möglich sein.

So ungefähr sahen die Versprechungen einer nicht mehr ganz so neuen Technik aus, die längst auch von großen Firmen wie IBM oder Tesla und diversen Regierungen als zukunftsweisend bewertet wird: Die Blockchain. Nun jedoch, nach 10 Jahren Verbreitung und gesellschaftlicher Diskussion ist es an der Zeit, ein Fazit ziehen und zu reflektieren, was bei ernster Analyse von den Verheißungen der Blockchain tatsächlich übrig geblieben ist und warum sie die Probleme, die sie lösen will, gar nicht lösen kann.

Der Vortrag ist für einen Einstieg geeignet und wird die grundsätzliche Blockchain-Idee beschreiben, deren technischen Grundzüge umreißen, die bisherigen Einsatzszenarien bewerten und dann eine kritische Gesamtanayse und gesellschaftliche Kontextualisierung vornehmen. Am Ende folgt eine Diskussion.

Rainer Rehak promoviert aktuell am Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft – das Deutsche Internet-Institut – zu systemischer IT-Sicherheit und gesellschaftlichem Datenschutz. Er studierte Informatik und Philosophie in Berlin und Hong Kong und beschäftigt sich seit über 15 Jahren mit den Implikationen der Computerisierung der Gesellschaft. Seine Forschungsfelder sind Datenschutz, IT-Sicherheit, staatliches Hacking, Informatik und Ethik, Technikfiktionen, Digitalisierung und Nachhaltigkeit, konviviale und demokratische Digitaltechnik, sowie die Implikationen und Grenzen von Automatisierung durch KI-Systeme. Er ist Sachverständiger für Parlamente (z. B. dt. Bundestag) und Gerichte (z. B. Bundesverfassungsgericht) und publiziert auch regelmäßig in nicht-wissenschaftlichen Medien.
Er ist aktiv im Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIfF) und initiierte gemeinsam mit anderen Digitalpolitik- sowie Umweltorganisationen die „Bits & Bäume“-Konferenz für Digitalisierung und Nachhaltigkeit.

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