Souveräner Konsum mit Kreditkarte 5.0
10-01, 16:30–16:50 (Europe/Berlin), BIRKE
Language: German

Die Ecodesign Verordnung für Nachhaltige Produkte und der digitale Produktpass sollen die Produkte transparenter für die Kunden machen. Die Nutzungsdauer dank Reparatur-, Recyclingfähigkeit, Wiederverwertung gibt Auskunft über die Ressourcen- und Energieeffizienz. Warum nicht gleich an der Kasse sehen, wieviel noch auf meinem CO2-, Umwelt-/Artenvielfalt- und Sozial-Konto ist?


Wir alle brauchen Zeit, um unsere Gewohnheiten umzustellen. Deshalb sollten wir jetzt damit anfangen, Daten, die uns heute zur Verfügung stehen auch zu nutzen. Ziel der Kreditkarte 5.0 ist es, uns allen unseren täglichen CO2-, Umwelt-/Artenvielfalt- und Sozial-Konsum zeitnah, transparent und erfahrbarer zu machen. Der Produktpass ist ein erster wichtiger Schritt. SUSLA eine webbasierte Anwendung, die den CO₂- und Material-Fußabdrucks (MIPS) misst und den Konsumenten bei der Weiterentwicklung des Lebensstils hin zum nachhaltigeren Konsum unterstützt, ein weiterer.

So wie wir heute über mehr oder weniger Geld verfügen, so sollten wir auch über ein Anfangs-CO2-, Umweltverbrauchsbudget verfügen. Plus oder minus Punkte gibt es für Verbräuche von oder Beiträge zur Biodiversität und sozialen Teilhabe. Die Primärausstattung wäre wie das Grundeinkommen gestaltet. Das zu verteilende Budget würde jedes Jahr auf Basis der neuen Klima- und Umweltberechnungen erfolgen, wo jedem Land bestimmte Mengen zugewiesen werden.

Mit der Zeit merken wir, welcher Konsum welche Umweltverbräuche verursacht und ob unser Konto sich schnell oder langsam leert. Budgetüberschreitungen spielen anfangs keine Rolle. Mit der Zeit wird Konsum nur noch dann möglich sein, wenn alle unsere Konten im positiven sind, d.h. sowohl unser monetäres als auch unser Umwelt-/CO2-Konto. Zukaufen ist möglich oder aber wir leisten selber positive Beiträge/Kompensationen. Das zur Verfügung stehende jährliche Umwelt-/Klima-Budget wird Jahr für Jahr weniger (Sozialabfederung). Wie klingt das? Welche Möglichkeiten bietet uns heute schon die Digitalisierung? Womit können wir anfangen? Was spricht dafür, was dagegen?

Ich arbeite seit über 20 Jahren in der Wirtschaftsförderung, betreue die letzten Jahre Unternehmen aus dem Bereich IKT. Ich habe Ressourcen- und Umweltökonomie studiert.