Was wir durch den Blauen Engel über nachhaltiges Software-Design gelernt haben
10-02, 14:30–15:10 (Europe/Berlin), BASH
Language: German

Wie lässt sich technische Entwicklung mit einem Anspruch auf soziale und politische Nachhaltigkeit verbinden? In diesem Jahr wurde der Open-Source-PDF-Reader Okular als weltweit erste Software mit dem Blauen Engel für nachhaltiges Software-Design ausgezeichnet. Wir berichten, was wir auf dem Weg dort hin gelernt haben, technisch und kulturell, und möchten zum gemeinsamen Austausch einladen.


Der von der KDE-Community als Freie und Open-Source-Software entwickelte PDF-Reader Okular wurde Anfang des Jahres als weltweit erste Software mit dem Umwelt-Zeichen Blauer Engel ausgezeichnet. Sie erfüllt damit die Kriterien für resourcen- und energieeffiziente Software-Produkte. Die Kriterien decken drei Schlüsselbereiche des nachhaltigen Software-Designs ab, Ressourcen- und Energie-Effizienz, potenzielle Hardware-Nutzungsdauer und Nutzungsautonomie.

Es stellt sich dabei als durchaus schwierig heraus, den Einfluss von Software auf Nachhaltigskeits-Aspekte zu beziffern. Die Forschung steht hier noch am Anfang. Es geht um Technik, aber es geht auch um Kultur. Es geht um Messung von Energie-Effizienz, aber es geht auch darum, Nutzenden von Software die Kontrolle über ihren Software-Einsatz zu erhalten. Und es geht darum, beides im Software-Erstellungs-Prozess zu verankern.

In diesem Beitrag geben wir einen Einblick, welche Erfahrungen die KDE-Community in diesem Bereich gemacht hat. Wir berichten, wie wir den Blauen Engel bekommen haben, wie wir versuchen, ein Netzwerk von Nachhaltigkeits-Laboren aufzubauen, und insbesondere was wir gelernt haben bei unserem Vorhaben, eine Kultur des nachhaltigen Software-Designs in unserer Community zu verankern. Dabei möchten wir einladen zum gemeinsamen Austausch, wie wir das Thema in der Gesellschaft weiter treiben und verbreiten können.

Cornelius ist seit vielen Jahren in der Open-Source-Community aktiv. Begonnen hat er aus technischer Neugier. Heute interessiert ihn vor allem die gesellschaftliche Dimension von Open Source.