Digitalisierung für die Katz? Segen oder Fluch für soziale Teilhabe, Beteiligung und Nachhaltigkeit?
10-01, 18:10–18:30 (Europe/Berlin), ADA
Language: German

Wie wirkt sich Digitalisierung aus auf Partizipation und soziale Teilhabe? Wie können Digitalisierungsprozesse auf lokaler Ebene partizipativ und inklusiv gestaltet werden, damit alle Bürger:innen davon profitieren können? Wie können kommunale und zivilgesellschaftliche Akteur:innen so zusammenfinden, dass nachhaltige Digitalisierungsstrategien effektiv umgesetzt werden können?


Der Einsatz von Digitalisierung bei der Ausgestaltung kommunaler und regionaler Infrastrukturen geht meist mit der Erwartung allgemeiner positiver Effekte einher. Tatsächlich geht es dabei meist um technisch bedingte Wirkungen wie eine höhere Effizienz von Arbeitsprozessen. Selten werden mit der Umstellung einhergehende soziale und ökologische Herausforderungen und Auswirkungen berücksichtigt: Wie wirkt sich Digitalisierung aus auf Partizipation und soziale Teilhabe? Wie können Digitalisierungsprozesse auf lokaler Ebene partizipativ und inklusiv gestaltet werden, damit alle Bürger:innen davon profitieren können? Wie können kommunale und zivilgesellschaftliche Akteur:innen so zusammenfinden, dass nachhaltige Digitalisierungsstrategien effektiv umgesetzt werden können?
Auf Basis der umfangreichen Ergebnisse des vom Umweltbundesamt geförderten Projekts „Digitale Kommune – digitale Region“ wollen wir diese Fragen diskutieren und mögliche Ursachen der Einschränkung von Teilhabe an der Mitgestaltung der Digitalisierung ausloten. Die empirischen Einblicke (qualitative, wie quantitativer Erhebungen, Expert:inneninterviews, Fokusgruppen, einer Delphi Studie, Befragung zu kommunalen Bedarfen) erlauben Einsichten aus ganz verschiedenen Blickwinkeln.
Neben unmittelbaren Barrieren wie Zugangsbeschränkungen wegen fehlender Geräte und schlechter Netzqualität, ungenügender Kenntnisse ("literacy"), wird es auch um indirekte Hürden gehen, die aus bestimmten gesellschaftlichen Grundhaltungen und normierten Prozessen resultieren.
Hierzu möchten wir potenzielle Lösungen betrachten und die positiven Wirkungen von Partizipation und Inklusion auf den Digitalisierungsprozess vorstellen.

Dr. Daniel Guagnin leitet den Bereich „Netze und Gesellschaft“ am nexus Insitut und ist aktiv beim FIfF. Er forscht zu den Wechselwirkungen zwischen Technik und Gesellschaft aus soziologischer Perspektive.

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Dr. Carina Brumme ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Berliner nexus Institut und arbeitet dort u.a. im Bereich Netze und Gesellschaft mit Schwerpunkt auf Evaluationen, Jugendbeteiligung und Digitalisierung.

Thomas Blanchet ist Soziologe und hat in den Wirtschaftswissenschaften promoviert. Am nexus Institut ist er in Projekten mit den Schwerpunkten Partizipation in der Energiewende, Koproduktion öffentlicher Dienstleistungen und Governance von Smart Cities tätig.