Wege in eine suffiziente Zukunft gestalten
10-02, 11:40–13:10 (Europe/Berlin), apfel
Language: German

Wohlstandsgesellschaften tendieren dazu, die Endlichkeit natürlicher Ressourcen zu ignorieren. Entgegen technik-optimistischer Hoffnungen hat die Digitalisierung bisher nichts an diesem grundlegenden Entwicklungsmuster geändert. Im Workshop erproben wir einen Ansatz, sich über dystopische und utopische Zukünfte auszutauschen und das gegenwärtige Handeln im Verhältnis zu diesen zu reflektieren.


Lebensstile und Wirtschaftsformen von Wohlstandsgesellschaften ignorieren die Endlichkeit natürlicher Ressourcen. Dies führt zusehends zu Krisen. Sie gefährden zukünftige Generationen und münden immer öfter in Umweltkatastrophen. Entgegen technik-optimistischer Hoffnungen, die über Jahrzehnte vorgetragen wurden, ändert auch die Digitalisierung nichts an den grundlegenden Entwicklungsmustern. Diese “Zeitdiagnose” in Phase 1 dient als Ausgangslage. In Phase 2 werden wir uns über unsere individuellen Vorstellungen möglicher Zukünfte austauschen. Für eine nachhaltige Entwicklung sind eine Steigerung der Effizienz im Umgang mit natürlichen Ressourcen (mehr Nutzen pro Einheit Ressource) und eine Umstellung auf mit der Natur verträgliche Stoffflüsse (Konsistenz) nicht ausreichend. Der Ressourcenverbrauch muss auch in absoluten Zahlen sinken. Letzteres wird in politisch-gesellschaftlichen Debatten häufig vernachlässigt. Die Entwicklung und Ausbreitung der digitalen Technologien erweist sich dabei als Lehrstück, an dem sich diese Problematik aufzeigen lässt. In Phase 3 werden wir in Gruppen Zukunftsleitbilder entwickeln. Hier erfolgt eine Ausdifferenzierung des Wachstumsbegriffs, indem wir die normative Debatte führen, was wachsen soll und was nicht. In Phase 4 wird die Handlungsebene der Teilnehmenden ins Zentrum gerückt. Es werden persönliche Transformationspfade eruiert, mit denen man das eigene Verhalten mit den (individuellen oder gemeinsamen) Zukunftsleitbildern in Einklang bringen kann. Hindernisse auf diesem Weg, wie auch Chancen der gegenseitigen Unterstützung, werden wir diskutieren.

Wiktoria Furrer, René Inderbitzin und Dr. Leonard Creutzburg entwickeln partizipative Methoden im von Prof. Dr. Lorenz Hilty und Dr. Jeannette Behringer geleiteten Projekt «Wege zur Suffizienz».